Ist eine Neuraltherapie schmerzhaft?
Eine Neuraltherapie kann beim Einstich und beim Einspritzen des Lokalanästhetikums kurzzeitig unangenehm oder leicht schmerzhaft sein. Wie stark die Behandlung wahrgenommen wird, hängt unter anderem von der Injektionsstelle, der verwendeten Technik und der individuellen Schmerzempfindlichkeit ab. Da bei der Neuraltherapie ein Lokalanästhetikum wie Procain eingesetzt wird, kann der behandelte Bereich anschließend vorübergehend weniger empfindlich oder taub werden.
Neuraltherapie ist eine Injektionsbehandlung. Ein vollkommen schmerzfreier Ablauf kann deshalb nicht garantiert werden. Viele Injektionen dauern jedoch nur wenige Sekunden.
Was spürt man bei einer neuraltherapeutischen Behandlung?
Das Empfinden lässt sich in mehrere Phasen unterteilen.
Zunächst wird die Nadel durch die Haut geführt. Dieser Moment kann als kurzer Stich wahrgenommen werden.
Anschließend wird eine kleine Menge des Lokalanästhetikums injiziert. Dabei können vorübergehend Druck, Spannung oder ein leichtes Brennen entstehen.
Danach beginnt die lokalanästhetische Wirkung. Die behandelte Region kann sich deshalb zeitweise anders anfühlen als vorher.
Je nach Injektionsstelle können beispielsweise auftreten:
- ein Gefühl der Taubheit,
- eine veränderte Hautempfindung,
- ein Druckgefühl oder
- eine vorübergehende Veränderung der vorhandenen Schmerzen.
Wie intensiv diese Empfindungen sind, unterscheidet sich von Patient zu Patient.
Tut der Einstich bei der Neuraltherapie weh?
Ein Nadelstich kann grundsätzlich wahrgenommen werden.
Wie unangenehm er empfunden wird, hängt unter anderem davon ab, wo injiziert wird und welche Injektionstechnik verwendet wird.
Eine oberflächliche Injektion in die Haut fühlt sich anders an als eine tiefer ausgeführte Injektion.
Auch die individuelle Schmerzempfindlichkeit spielt eine Rolle.
Menschen unterscheiden sich deutlich darin, wie sie einen Nadelstich wahrnehmen. Was ein Patient lediglich als kurzen Pieks empfindet, kann für einen anderen unangenehmer sein.
Warum kann Procain beim Einspritzen brennen?
Nicht nur der Einstich selbst kann wahrgenommen werden. Auch das Einbringen einer Injektionslösung in das Gewebe kann vorübergehend ein Druck- oder Brenngefühl verursachen.
Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, beispielsweise:
- die behandelte Körperregion,
- die Tiefe der Injektion,
- die Geschwindigkeit der Injektion,
- die Menge der injizierten Flüssigkeit und
- die individuelle Empfindlichkeit.
Ein kurzes unangenehmes Gefühl während einer Injektion ist deshalb nicht ungewöhnlich.
Starke oder ungewöhnliche Schmerzen sollten jedoch unmittelbar angesprochen werden.
Ist eine Quaddelung schmerzhaft?
Bei der sogenannten Quaddelung wird eine kleine Menge des Lokalanästhetikums sehr oberflächlich in beziehungsweise unmittelbar unter die Haut injiziert.
Dadurch entsteht eine kleine sichtbare Erhebung – die sogenannte Quaddel.
Gerade die Haut besitzt zahlreiche sensible Nervenendigungen. Deshalb kann das Setzen einer Quaddel kurzfristig als Brennen oder Stechen wahrgenommen werden.
Bei einer Behandlung können abhängig vom Beschwerdebild mehrere Quaddeln gesetzt werden.
Das unangenehme Gefühl beim Setzen einer einzelnen Quaddel dauert normalerweise nur kurz an.
Sind tiefere Injektionen schmerzhafter?
Das lässt sich nicht pauschal sagen.
Die Schmerzempfindung hängt nicht allein von der Tiefe einer Injektion ab.
Entscheidend sind unter anderem die anatomische Region, die behandelte Struktur und die individuelle Empfindlichkeit.
Eine bereits stark gereizte oder schmerzhafte Körperregion kann beispielsweise empfindlicher auf Berührung und Injektion reagieren als gesundes Gewebe.
Tiefe Injektionen unterscheiden sich allerdings hinsichtlich ihrer Durchführung und möglicher Risiken von oberflächlichen Hautinjektionen.
Deshalb sollte eine Injektion nicht nur danach beurteilt werden, wie schmerzhaft sie ist.
Wichtiger ist die Frage, ob die gewählte Technik für das jeweilige Beschwerdebild geeignet ist und fachgerecht durchgeführt wird.
Warum wird bei der Neuraltherapie ein örtliches Betäubungsmittel verwendet?
Bei der Neuraltherapie werden Lokalanästhetika eingesetzt, häufig Procain.
Diese Medikamente können die Weiterleitung elektrischer Signale in Nerven vorübergehend hemmen.
Dadurch entsteht eine lokale betäubende beziehungsweise schmerzhemmende Wirkung.
Das bedeutet allerdings nicht, dass bereits der Einstich vollkommen schmerzfrei sein muss.
Das Lokalanästhetikum befindet sich schließlich erst nach der Injektion im entsprechenden Gewebe und beginnt dort seine Wirkung zu entfalten.
Wann beginnt die betäubende Wirkung?
Lokalanästhetika wirken grundsätzlich vergleichsweise schnell.
Nach der Injektion kann sich deshalb die Empfindung in der behandelten Region bereits innerhalb kurzer Zeit verändern.
Wie schnell und wie deutlich dieser Effekt wahrgenommen wird, hängt unter anderem von der verwendeten Substanz, der Konzentration, der Injektionstechnik und der behandelten Körperregion ab.
Eine schnelle Schmerzlinderung unmittelbar nach einer Procain-Injektion sollte allerdings nicht automatisch als langfristiger Behandlungserfolg interpretiert werden.
Zunächst kann sie durch die bekannte pharmakologische Wirkung des Lokalanästhetikums erklärt werden.
Ist die Taubheit nach der Behandlung normal?
Eine vorübergehend verminderte Empfindlichkeit kann durch die Wirkung eines Lokalanästhetikums entstehen.
Das ist grundsätzlich Teil seines pharmakologischen Wirkmechanismus.
Wie stark eine solche Empfindungsveränderung auftritt und wie lange sie anhält, hängt von der Art der Injektion und der verwendeten Substanz ab.
Patienten sollten darüber informiert werden, welche Reaktionen nach der konkret durchgeführten Injektion zu erwarten sind.
Ungewöhnliche oder länger anhaltende Empfindungsstörungen sollten mit dem Behandler besprochen beziehungsweise medizinisch abgeklärt werden.
Können nach einer Neuraltherapie Schmerzen auftreten?
Ja.
Wie nach anderen Injektionen können auch nach einer Neuraltherapie vorübergehende lokale Beschwerden auftreten.
Möglich sind beispielsweise:
- Druckempfindlichkeit,
- leichte Schmerzen an der Einstichstelle,
- Rötung,
- Schwellung oder
- ein kleiner Bluterguss.
Ein kleiner Bluterguss kann entstehen, wenn beim Einstich ein kleines Blutgefäß verletzt wird.
Solche lokalen Reaktionen sind von schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen zu unterscheiden.
Ist eine Verschlechterung der Schmerzen nach Neuraltherapie normal?
Eine vorübergehende Reaktion an der Injektionsstelle ist möglich.
Problematisch wäre jedoch, jede Zunahme der Beschwerden pauschal als sogenannte „Erstverschlimmerung“ und damit als Zeichen einer erfolgreichen Behandlung zu interpretieren.
Stärkere Schmerzen sind kein Beweis dafür, dass Neuraltherapie besonders gut wirkt.
Entscheidend ist vielmehr, welche Beschwerden auftreten, wie ausgeprägt sie sind und wie sie sich entwickeln.
Starke, ungewöhnliche oder zunehmende Schmerzen sollten deshalb nicht einfach ignoriert werden.
Wie lange dürfen Schmerzen an der Einstichstelle anhalten?
Hierfür lässt sich keine allgemeingültige Zeitspanne nennen.
Eine leichte lokale Empfindlichkeit nach einem Nadelstich kann vorübergehend auftreten. Auch ein kleiner Bluterguss kann noch einige Zeit sichtbar beziehungsweise druckempfindlich sein.
Wichtiger als eine starre Zeitgrenze ist die Entwicklung:
Werden die Beschwerden schwächer oder stärker?
Eine leichte Reaktion, die kontinuierlich zurückgeht, ist anders zu bewerten als Schmerzen, die deutlich zunehmen oder von weiteren Symptomen begleitet werden.
Bei Unsicherheit sollte der Behandler kontaktiert werden.
Welche Beschwerden nach einer Neuraltherapie sollte ich ernst nehmen?
Neben lokalen Reaktionen können Lokalanästhetika auch unerwünschte systemische Wirkungen verursachen.
Besondere Aufmerksamkeit ist beispielsweise erforderlich bei ungewöhnlichen Symptomen wie:
- ausgeprägtem Schwindel,
- ungewöhnlichen Missempfindungen im Mund- oder Lippenbereich,
- starker Unruhe,
- deutlichen Kreislaufproblemen,
- Atembeschwerden,
- stärkeren allergischen Reaktionen,
- Muskelzuckungen oder
- Krampfanfällen.
Solche Beschwerden sind nicht mit einem normalen kurzen Schmerz an der Einstichstelle vergleichbar und können eine sofortige medizinische Beurteilung erforderlich machen.
Schwerwiegende Reaktionen sind insbesondere im Zusammenhang mit einer zu hohen Konzentration eines Lokalanästhetikums im Blut möglich.
Kann Procain allergische Reaktionen verursachen?
Ja.
Procain gehört zu den Ester-Lokalanästhetika. Allergische beziehungsweise Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich.
Deshalb sollte vor der Behandlung geklärt werden, ob bereits Unverträglichkeiten oder allergische Reaktionen auf örtliche Betäubungsmittel bekannt sind.
Besonders wichtig sind Informationen über frühere Reaktionen wie:
- Nesselsucht,
- starke Hautreaktionen,
- Schwellungen,
- Atembeschwerden oder
- ausgeprägte Kreislaufreaktionen.
Nicht jede unangenehme Reaktion während einer Spritze ist allerdings automatisch eine Allergie.
Auch Angst, Stress oder eine Kreislaufreaktion können beispielsweise Schwindel oder Unwohlsein verursachen.
Was ist, wenn ich Angst vor Spritzen habe?
Angst vor Nadeln ist nichts Ungewöhnliches und sollte vor der Behandlung offen angesprochen werden.
Für den Behandler ist diese Information wichtig.
Manche Menschen reagieren bei Injektionen beispielsweise mit:
- Nervosität,
- Schweißausbrüchen,
- Übelkeit,
- Schwindel oder
- Kreislaufproblemen.
Die Behandlungssituation und Lagerung können dann entsprechend berücksichtigt werden.
Der Patient sollte außerdem wissen, was während der Behandlung passiert und wie viele Injektionen voraussichtlich vorgesehen sind.
Muss ich Schmerzen während der Behandlung aushalten?
Nein.
Starke Schmerzen während einer Injektion sollten unmittelbar mitgeteilt werden.
Eine neuraltherapeutische Behandlung muss nicht besonders schmerzhaft sein, um wirksam zu sein.
Auch die Vorstellung „Je mehr es weh tut, desto besser wirkt es“ ist kein sinnvoller Maßstab für eine Injektionsbehandlung.
Der Behandler kann bei ungewöhnlichen Schmerzen die Injektion unterbrechen und überprüfen, warum die Beschwerden auftreten.
Kann man Neuraltherapie durchführen, wenn die Haut an der Stelle entzündet ist?
Entzündete beziehungsweise infizierte Bereiche erfordern besondere Vorsicht.
Für Procain-Präparate weisen Fachinformationen ausdrücklich auf besondere Vorsichtsmaßnahmen bei Injektionen in infizierte Bereiche hin.
Rötung, Überwärmung, Schwellung oder andere Hinweise auf eine lokale Infektion sollten deshalb vor einer geplanten Injektion beurteilt werden.
Nicht jede schmerzhafte Stelle sollte automatisch injiziert werden.
Ist Neuraltherapie für Menschen mit niedriger Schmerzschwelle geeignet?
Eine hohe Schmerzempfindlichkeit schließt eine Neuraltherapie nicht grundsätzlich aus.
Sie sollte jedoch bei der Planung der Behandlung berücksichtigt werden.
Dabei können beispielsweise Art und Anzahl der Injektionen sowie die Kommunikation während der Behandlung eine Rolle spielen.
Wer bei früheren Spritzen starke Schmerzen, Angst oder Kreislaufprobleme erlebt hat, sollte dies vor Beginn der Behandlung mitteilen.
So kann gemeinsam besprochen werden, ob die vorgesehene Behandlung infrage kommt.
Ist Neuraltherapie schmerzhafter als eine normale Spritze?
Ein direkter Vergleich ist schwierig.
„Eine normale Spritze“ kann sehr unterschiedliche Injektionen bedeuten – beispielsweise eine Impfung in einen Muskel, eine Blutentnahme oder eine örtliche Betäubung beim Zahnarzt.
Auch innerhalb der Neuraltherapie gibt es verschiedene Injektionstechniken.
Eine oberflächliche Quaddel fühlt sich anders an als eine tiefer ausgeführte Injektion.
Deshalb gibt es keine seriöse allgemeine Aussage, dass Neuraltherapie grundsätzlich schmerzhafter oder weniger schmerzhaft als andere Injektionen ist.
Was sollte ich vor der Behandlung mit dem Behandler besprechen?
Vor einer Neuraltherapie sollten nicht nur die eigentlichen Beschwerden besprochen werden.
Wichtig sind auch Informationen über:
- bekannte Allergien,
- frühere Reaktionen auf Lokalanästhetika,
- Blutgerinnungsstörungen,
- regelmäßig eingenommene Medikamente,
- bestehende Erkrankungen,
- frühere Kreislaufprobleme bei Injektionen und
- ausgeprägte Angst vor Nadeln.
Patienten können außerdem fragen, welche Art von Injektion geplant ist, welcher Wirkstoff verwendet wird und mit welchen Reaktionen anschließend zu rechnen ist.
Kurz zusammengefasst: Ist Neuraltherapie schmerzhaft?
Neuraltherapie ist eine Injektionsbehandlung und kann deshalb kurzzeitig unangenehm sein. Der Einstich kann als kurzer Pieks wahrgenommen werden; beim Einspritzen können vorübergehend Druck oder Brennen auftreten.
Wie schmerzhaft eine Behandlung empfunden wird, hängt von der Injektionsstelle, der verwendeten Technik, den bestehenden Beschwerden und der individuellen Schmerzempfindlichkeit ab.
Da bei der Neuraltherapie ein Lokalanästhetikum wie Procain eingesetzt wird, kann die behandelte Region anschließend vorübergehend weniger empfindlich oder taub werden.
Nach der Behandlung können lokale Reaktionen wie Druckempfindlichkeit, Schwellung, Rötung oder ein kleiner Bluterguss auftreten.
Starke oder zunehmende Schmerzen sind dagegen kein notwendiges Zeichen einer erfolgreichen Neuraltherapie und sollten nicht einfach als „Erstverschlimmerung“ abgetan werden.
Neuraltherapie bei Martin Hammacher
Martin Hammacher ist Heilpraktiker und verfügt über langjährige Erfahrung mit Neuraltherapie sowie osteopathischen, chiropraktischen und weiteren manuellen Behandlungsmethoden. In seinen Praxen in Düsseldorf-Angermund und Köln-Rodenkirchen werden vor einer neuraltherapeutischen Behandlung die Beschwerden, die gesundheitliche Vorgeschichte und mögliche Risiken berücksichtigt.
Wer Angst vor Spritzen hat oder bei früheren Injektionen unangenehme Erfahrungen gemacht hat, kann dies vor der Behandlung ansprechen. Auch Fragen zum verwendeten Lokalanästhetikum und zur geplanten Injektionstechnik können vorab geklärt werden.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung, Untersuchung oder Diagnose.
Author: Martin Hammacher
zuletzt fachlich geprüft/aktualisiert: 2.10.2026
Quellen und weiterführende Informationen
- Fachinformation – procain-Loges 1 % Injektionsflaschen
- Fachinformation – Procain 1 % / 2 % JENAPHARM
Zuletzt geprüft: Oktober 2026





